Im Land der Theaterpädagogik

Im Land der Theaterpädagogik

Verspielter Aktionstag vor dem Landtag bringt Abgeordnete in Bewegung

Hannover/Hildesheim. Dem einen Landtagsabgeordneten ist Niedersachsen „ein Land unentdeckter Möglichkeiten“, dem nächsten „der schönste Fleck auf Erden“, einer dritten „hoffentlich bald das Land der glücklichen Schweine und Hühner“. „Kulturelle Vielfalt“ und „meine Heimat“ sind weitere Stichworte, die den Abgeordneten wichtig sind. Für alle ist Niedersachsen ab jetzt auch ein Ort, an dem ein sehr spezielles und äußerst kreatives Völkchen unterwegs ist: engagierte TheaterpädagogInnen, die landesweit professionell mit Menschen jeden Alters und jeder Herkunft Theater machen.

Theaterpaedagogik_bewegt_NiedersachsenUnter dem Motto „Theaterpädagogik bewegt Niedersachsen“ hatte der Landesverband Theaterpädagogik (LAT e.V.) seine Mitglieder aufgerufen, den Platz vorm Landtag zu bespielen. Aus Hannover, Braunschweig, Göttingen, Osnabrück, Lüneburg, Oldenburg, Hildesheim, Lingen und Barsinghausen kamen sie und inszenierten ein Spektakel, das den Abgeordneten eindrückliche Momente und Abwechslung vom Sitzungsalltag bot.

TheaterpädagogInnen, Geflüchtete, MigrantInnen, SchülerInnen und Jugendclubs fragten die PolitikerInnen, was ihnen Niedersachsen bedeute. Sie hielten die Statements auf Plakaten fest und setzten sie sogleich in Szene: Die Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajic fand neben der Inszenierung ihres Slogans noch Zeit für ein Gespräch, Justizministerin Niewisch-Lennartz sorgte plastisch für frischen Wind, die ehemalige Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann wurde zu ihrem Geburtstag sogar auf Armen getragen. Insgesamt 54 Abgeordnete nutzten die Gelegenheit sich mit einem eigenen Slogan einzubringen und bekamen jeweils ihr persönliches Standbild dazu.

„Wir wollen hier sichtbar machen, wie reich und vielfältig die Theaterpädagogik in Niedersachsen ist“, so Juliane Steinmann vom LAT-Vorstand und Projektleiterin der Aktion. Besondere Potenziale lägen in der szenischen Umsetzung gesellschaftlicher Themen und in den interkulturellen Begegnungen, die im Theaterspiel möglich sind, ergänzt der 1. Vorsitzende Jörg Kowollik. Diese Potenziale kann und sollte Niedersachsen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen nutzen. Dafür möchte der LaT mit der Politik in den Dialog gehen und dabei natürlich auch über notwendige Verbesserungen der Rahmenbedingungen sprechen. So müsse z.B. beim Landesverband Theaterpädagogik dringend die bisher ausschließliche ehrenamtliche Tätigkeit durch hauptamtliche Strukturen unterstützt werden.

Jugendliche aus der Sprachlernklasse des Hildesheimer Scharnhorstgymnasiums – aus Afghanistan, Syrien und dem Irak – inszenierten mit TheaterpädagogInnen aus dem ganzen Land Ministerin Gabriele Heinen-Kljajics Slogan: „Niedersachsen ist für mich reich an kulturellem Angebot, kreativen Ideen und außergewöhnlichem ehrenamtlichen Engagement“. Die Ministerin schlüpfte dafür in eine überdimensionale Boßelkugel.
Foto: Holger Harms

Nach vier Stunden mit energiegeladenen und ungebremst-fröhlich inszenierten Slogans zogen die AkteurInnen zufrieden Bilanz: Fast die Hälfte der Landtagsabgeordneten beteiligten sich an der Aktion, darunter viele, die bislang kaum Berührungspunkte zur Theaterpädagogik hatten. Wenn die TheaterpädagogInnen selbst ein Plakat beschriftet hätten, wäre dort vielleicht zu lesen gewesen: „Niedersachsen ist für mich interkulturell, spielerisch und immer in Bewegung.“ Ralf Neite


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